Zubehör für den Start: 6 Must-Haves (Und was Camping-Shops euch unnötig verkaufen wollen)
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Wer auf der Suche nach Camping Zubehör und Erstausstattung für den Wohnwagen zum ersten Mal einen Camping-Laden wie zum Beispiel „Fritz Berger“* betritt (oder den onlineshop besucht), erlebt einen Reizstrom-Schlag für das Konsum-Zentrum im Gehirn. Da gibt es faltbare Siebe, spezialisierte Heringe für jede Bodenart zwischen Arktis und Sahara und chemische Flüssigkeiten, die angeblich sogar schlechtes Wetter auflösen. (Okay, DAS hätten wir am Gardasee damals wirklich gebrauchen können!)
Man bekommt unweigerlich das Gefühl: Ohne diese 500 Kleinteile werde ich den ersten Morgen auf dem Campingplatz nicht überleben. Und seien wir ehrlich: Der Blick in Social Media macht die Sache nicht einfacher. Wieviel praktisches Zubehör, wie viele „ach, das ist ja cool“-Gadgets haben wir schon auf instagram, Pinterest & Co entdeckt.
Egal, ob ihr ebenfalls mit einem super leichten, super kleinen Miniwohnwagen am Haken startet oder gerade euen ersten Kastenwagen für den Wohnmobil-Urlaub beladet – die Regale im Camping-Shop sehen für uns alle gleich verlockend (und teuer) aus. Da wir bei unserem Mattek extrem aufs Gewicht achten müssen und unserem „Kein Chichi“-Vibe treu bleiben wollen, haben wir den Dschungel der Gadgets und „must-haves“ für euch ein wenig vorsortiert.
Mattek-Tipp:
Weniger. Ist. Mehr. Wirklich! Kümmert Euch am Anfang um das Nötigste. Alles was nur „schön“ oder „praktisch“ ist, darf natürlich gerne mit. Aber eben erst später, wenn ihr die ersten Erfahrungen gesammelt habt und ein Gefühl dafür bekommt, was ihr *wirklich* benötigt.
1. Die Must-haves: Ohne das geht es (leider) nicht
Das sind die Dinge, bei denen „Pragmatismus“ bedeutet: Kauf Qualität, sonst kaufst du zwei Mal. Ohne diese Basics bleibt der Wohnwagen dunkel, durstig oder rollt weg.
- Strom-Versorgung (CEE): Ein hochwertiges CEE-Verlängerungskabel (schwere Gummileitung!) und die passenden Adapter. Ohne Saft kein Kühlschrank. Achtet auf eine ausreichende Länge. Wenig ist entmutigender, als am Campingplatz festzustellen, dass man anderthalb Meter Kabel zu wenig hat. Besonders dann, wenn man Freitag abends anreist und der lokale Camperstore erst Montags wieder öffnet. Wir nutzen diese Kabeltrommel: CEE-Kabeltrommel 25m*
- Wasser-Logistik: Ein lebensmittelechter Schlauch oder eine Gießkanne (ja, die gute alte Gießkanne ist oft praktischer!) zum Befüllen und ein Abwassertaxi* oder ein einfacher Eimer für unter den Wagen. Das Grauwasser wird häufig einfach über einen Schlauch nach draußen geleitet.
- Wenn Euer Abwasser nun einfach in den Boden sickert, ist das weder schön für die Umwelt, noch für die umliegenden Camper. Und ehrlich: Falls nach Eurer Abreise Menschen mit Zelt die Parzelle übernehmen, möchten die nicht in Eurem alten Nudelwasser stehen. Bei uns steht im Moment noch eine einfache 20 Liter Waschschüssel unter dem Mattek. Die funktioniert und ist billig, aber sie ist auch unfassbar unpraktisch. Jedes Mal, wenn ich sie leeren darf, ärgere ich mich über das Gewicht und darüber, dass wieder eklige Grauwasser-Brühe hinausschwappt, wenn ich nicht gut aufpasse. In Kürze folgt deshalb auch bei uns ein Abwassertaxi.
- Sicherheit & Stand: Auffahrkeile, um Unebenheiten in Querrichtung auszugleichen. Nichts ist schlimmer, als wenn die Suppe im Teller, oder das Öl in der Pfanne auf eine Seite läuft. Manche Camper nutzen fälschlicherweise die Ausfahrstützen, um ihren Wohnwagen quer auszurichten. Aber Achtung: Das kann nicht nur euer teures Freizeitgefährt zerstören. Das kann auch die Gesamtstabilität gefährden. Wir nutzen diese* Stufenkeile, um den Wohnwagen in Querrichtung auszurichten. Eine einfache Deichselhaube sorgt dafür, dass Deichsel, Kabel und Antischlingerkupplung trocken, sandfrei und sauber bleiben.
- Die „Potti“-Chemie: Auch wenn wir kein Bad haben, unser Portapotti braucht die passenden Zusätze* (oder die ökologische Variante), damit es nicht… nun ja, „authentisch“ riecht. Zudem ist es wichtig, dass ihr das richtige Toilettenpapier verwendet. Normales Hygienepapier löst sich nicht (schnell genug) auf und sorgt für fiese Verstopfungen. Testet im Zweifel mal mit einem Blatt und einem Glas Wasser, ob Euer Papier geeignet ist.
- Heringe und Abspannseile, bzw. Sturmbänder für Vorzelt oder Markise: Damit der erweiterte Wohnraum nicht beim ersten Windhauch davonfliegt, muss alles gut befestigt werden. Wir nutzen dafür dieses Starterset von Peggy Peg*. Die Schraubheringe werden einfach mit dem Akkuschrauber in den Boden gebohrt und halten in so ziemlich jedem Untergrund bombenfest (Haben wir schon erfolgreich bei 80 km/h-Sturmböen in der Toskana erprobt!)
- Werkzeug: Eine gewisse Grundausstattung an Werkzeug sollte auf jeden Fall dabei sein: Akkuschrauber, falls mal was geschraubt oder gebohrt werden muss, hochwertige Schraubendreher, ein verstellbarer Schraubenschlüssel („Engländer“) und eine Wasserpumpenzange, sowie eine Spitzzange, sollte für die meisten Notfälle schon ausreichen. Und natürlich Duct-Tape (starkes Gewebeklebeband).
Mattek-Tipp:
Für den Bereich „Must-have“ gilt: Hier ist nicht der Bereich, zu sparen. Hier benötigt Ihr verlässliche Qualität und „es funktioniert einfach“. Tut euch selbst den Gefallen und verlasst euch hier auf Markenware vom Fachhändler.
2. Nice-to-have: Komfort, der das Leben schöner macht
Hier beginnt der Bereich, in dem man sein Leben sortiert. Nicht lebensnotwendig, aber gut für den Familienfrieden.
- Ein guter Outdoor-Teppich: Er hält den Dreck (und Bobby-Pfoten-Abdrücke) aus dem Mattek fern. Ein absoluter Gamechanger für die Sauberkeit im Mini-Wohnwagen. (Wir haben unseren atmungsaktiven Vorzeltteppich bei Fritz Berger online* gekauft)
- Vernünftige Stühle & Tisch: Spart nicht an den Stühlen. Ihr werdet Stunden darauf verbringen. Aber achtet auf das Packmaß – im Mattek zählt jeder Zentimeter und jedes Gramm! Wir hatten früher günstige Klappstühle von Decathlon. Leider wurden sie immer schon nach einer halben Stunde ziemlich unbequem. Wir sind deshalb zeitgleich mit dem Kauf von Mattek von unseren alten „Decathlon-Billig-Stühlen“ auf gemütliche Campingstühle* von Berger umgestiegen. Und ja, der Wechsel hat sich absolut gelohnt!

- Wäscheleine/Trockner: Nach dem Abwasch oder dem Strandbesuch muss das Zeug irgendwo trocknen. Es gibt praktische Wäschetrockner für die Deichsel*. Haben wir noch nicht selbst getestet, werden wir aber in Kürze.
- Petroleum-Laterne: Wir finden: Nichts ist schöner für die Camping-Atmosphäre, als eine klassische Petroleumlaterne. Wir haben zwar eher sparsam dekoriert. In unserem Vorzelt leuchtet aber immer dieses Modell* von Feuerhand. (In unserem Fall natürlich farblich perfekt auf Matteks Pastellblau/Petrol abgestimmt!)

- Omnia Campingbackofen: DER Gamechanger in kulinarischer Hinsicht. Die Zeiten, in denen sich man beim Camping nur von Dosenravioli oder Bratwurst vom Grill (Stilecht mit Pils übergossen?) ernährt, sind zum Glück vorbei. Der berühmt-berüchtigte Omnia* war für uns eine Offenbarung. Nudelauflauf? Kartoffelgratin? Mediterranes Ofengemüse? Aufgebackene Brötchen? Ein Brot? toskanischer Zitronenkuchen? Alles kein Problem mehr für uns. Den Omnia stellt man auf den Herd oder eine Gas-Kochplatte und kann darin im Prinzip alles zubereiten, was auch im heimischen Backofen funktioniert. Durch seine spezielle Konstruktion sorgt er für Ober- und Unterhitze. Wenn wir jetzt, beim Schreiben, so darüber nachdenken, gehört der Omnia eigentlich eher in die Rubrik „Must-have“…
Mattek-Tipp:
Für den Bereich „nice to have“ solltet Ihr unbedingt bei den Discountern nach Schnäppchen suchen. Wenn hier etwas kaputt geht, ist euer Urlaub wahrscheinlich nicht gleich beendet. Wir empfehlen dazu insbesondere „Action“ und „IKEA“.
3. Typischer Camping-Shop-Unsinn: Spart euch das Geld!
Kommen wir zu den Dingen, die im Laden toll aussehen, aber oft nur Platz wegnehmen und das Portemonnaie leeren.
- Spezial-Reiniger für ALLES: Es gibt Reiniger für GfK, Reiniger für Acrylglas, Reiniger für Gummidichtungen… Mattek-Tipp: Ein guter Allzweckreiniger und eine sanfte Politur reichen für den Anfang völlig aus. Lasst euch nicht einreden, ihr bräuchtet eine Chemiefabrik unter der Spüle. Am Ende könnt ihr für die meisten Anwendungsfälle das nutzen, was ihr auch Zuhause nehmt. Achtet nur auf die Materialverträglichkeit. Im Mattek haben wir exakt zwei Sorten von Reiniger: Klassisches Spülmittel und eine Flasche mit Glasreiniger. Mehr haben wir bislang noch nicht benötigt. Wirklich.
- Spezial-Geschirr-Halterungen: Diese Schaumstoff-Einsätze für Tassen und Teller. Sieht ordentlich aus, klappert aber trotzdem. Zumindest bei uns landen sie darüber hinaus nach erstaunlich kurzer Zeit in irgendeiner „Gedöns-Schublade“ und geraten in Vergessenheit. Wir nutzen seit langem einfache Geschirrtücher zum Einschlagen – das polstert besser und man kann damit später auch abtrocknen.
- Überdimensionierte Sat-Anlagen: Wer braucht im Streaming-Zeitalter noch eine 80cm-Schüssel auf dem Dach, wenn man Tablet und WLAN (oder mobiles Netz) hat? Spart das Gewicht und die Löcher im Dach und nehmt einfach ein Tablet mit!
- Faltbare Eimer/Siebe für 30 Euro: Ja, sie sparen Platz. Aber oft sind sie nach zwei Saisons an den Knickstellen undicht. Ein normaler Eimer, in den man während der Fahrt Kleinkram packt, spart genauso viel Platz und kostet fast nichts.
Das Mattek-Fazit zum Zubehör
Unser Credo bleibt: Erstmal losfahren. Vieles von dem, was man „unbedingt“ braucht, stellt sich erst nach den ersten drei Tagen in der Praxis heraus. Vieles, was „praktisch“ aussieht, nutzt man zwei Mal und danach nie wieder. Oder es gibt deutlich günstigere Alternativen. Für günstiges Camping-Zubehör können wir zum Beispiel den Discounter „Action“ und – Überraschung: IKEA! empfehlen.
Wir haben uns jedenfalls vorgenommen, jedes Teil, das wir kaufen, kritisch zu hinterfragen: Ist es schwer? Brauchen wir es täglich? Gibt es eine günstige Haushalts-Alternative?
Denkt an die 40.000 € – wir wollen sie für Erlebnisse ausgeben, nicht für faltbare Designer-Mülleimer.
Vorschau: Ihr wollt es ganz genau wissen? Im nächsten Beitrag teilen wir unsere komplette Einkaufsliste für die Erstausstattung – inklusive der Links zu den Produkten, die wir nach langer Recherche für unseren Mattek wirklich ausgewählt haben. Die ultimative Checkliste für alle Anfänger!
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